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Über Entwicklungshilfe, für wen?

Deutsche Gesellschaft zur Foerderung der Kultur
in Zusammenarbei mit
Anjuman-e-Falah-e-Aama, Thatta Ghulamka Dhiroka
Akwatinuighah / Centre for Appropriate Technology, Bamenda
Tanto Mejor, Saboya

und
Indus Valley School of Art and Architecture, Karachi
Bamenda University of Science and Technology, Bamenda
Universidad Nacionale de Colombia, Bogota


Es gibt keine delikatere Sache, die man in die Hand nehmen kann
oder deren Ausfiuehrung gefaehrlicher ist,
als als Fuehrer bei der Einfuehrung von Aenderungen aufzutreten.
Denn der, der Neues schafft, wird all jene zum Feind haben,
denen es nach der bestehenden Ordnung der Dinge gut geht,
und nur halbherzige Unterstiuetzung bei jenen finden,
denen es unter dem neuen System besser gehen koennte.
Niccolo Machiavelli, Berater am Hof von Venedig, 1513

 

Mein lieber Kepler, was sagen sie zu den fuehrenden Philosophen hier, denen ich tausendmal angeboten habe, meine Studien zu zeigen, die mit der Faulheit einer Schlange, die sich sattgegessen hat, nie bereit waren, die Planeten oder den Mond oder auch nur ein Teleskop anzusehen ?
Galileo Galilei an einem Brief an Johannes Kepler, der entdeckt hatte, dass sich die Erde um die Sonne und nicht die Sonne um die Erde dreht. 1630

Welche Moeglichkeiten haben weniger industrialisierte Laender, um sich gegenueber den Industrielaendem zu behaupten ? - Haben sie ueberhaupt eine Chance ? - Was laesst sich gegen den wiederholt aufgelisteten Reichtum noch untemehmen ?

Bei Laendervergleichen werden staendig materielle Werte gegeneinander aufgerechnet. Die Anzahl von Industrieprodukten spielt dabei eine bedeutende Rolle. Aber wenn nicht dort, wo sonst muss das Verhaeltnis Fahrzeuge pro tausend Einwohner groesser sein ? Und es gibt Mengen solcher Beispiele ! Durch den Einfluss der Medien wird der Wunsch nach materiellem Werten weltweit groesser; die vermeintlich um Werte Betrogenen sehen nur die Moeglichkeit des Auswanderns oder der blinden Uebernahme kulturfremder Methoden beim Zurueckbleiben.

Die Ausgewanderten unterstuetzen gutglaeubig die Zurrueckgebliebenen, die Zurueckgebliebenen versuchen eifrig das matérielle Paradies im Kleinen.

Kulturelle Freiheit vorausgesetzt, zeigt haeufig das gewaltige, aber unbeachtete Potenzial in den benachteiligten Laendem. Diese sind aber nur benachteiligt im Sinne der Industrielaender.
Unter den Stichworten Globalisierung, Zusammenarbeit, etc. gelingt es hervorragend die Produkte der Industrielaender zu vermarkten und aus machtpolitischen Gruenden die eigene Bevoelkerung zu versorgen. Offensichtlich nimmt sich aber kaum jemand die Zeit, den als Fortschritt suggerierten Industriemuell als weiteren Indiz fuer eine jahrhundertealte Fehlentwicklung zu erkennen. Folgt man dieser Einsicht, so erkennt man die durch wissenschaftliche Denkweise unterstuezte Politik an einem Wendepunkt angelangt.

Wendepunkten im Weltbild ist zu eigen, dass diejeweilige Génération sie nicht erkennt,- sie aus Gruenden der Lebensplanung auch nicht erkennen mag.


Hier liegt der Ansatz fuer die noch vorhandenen nicht-westlichen Kulturen:
• Aufarbeiten der traditionellen und kulturellen Eigenheiten,
• Wiederkehren des Stellenwertes kunsthandwerklicher Produktion,
• Aufarbeiten gesellschaftlicher Handlungsweisen und erzieherischer Eigenheiten,
• Kritische Untersuchung der Nutzbarkeit westlicher Produkte.

Der allgemeinen Erkenntnis folgen konkrete Beispiele:
• Zusammenarbeit zwischen lokalen NGOs , Untemehmen und Hochschulen,
• Entwicklung von handwerklich zu fertigenden Produkten auf ethnologischer Grundlage,
• Nutzung alternativer Techniken und traditioneller Bauweisen.

Prof. Dr. Norbert Pintsch, Berlin,
Dr. Senta Siller, Potsdam

Deutsche Geselischaft zur Foerderung der Kultur
POB 274 - 10562 Berlin
Tel 0049- 30 -305 32 36 Fax 0049 - 30 - 305 27 82


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