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Die NGO,- Haus,- Heil- oder Hilfsmittel?

Keine Melkmaschine,
kein Superjob,
keine Bank,-
auch keine Einrichtung zur Erzielung eines Lebensunterhaltes,
                                    sondern ein Aktionsbereich fuer kreative und fleißige Menschen zur Behebung von Problemen
 und Schaffung von Loesungen zur Erzielung von Einkommen

NGOs werden gerne als Ersatz - GO, quasi Gegen-Regierungs-Organisation gesehen und zur politischen Einflussnahme und Auf- bzw. Einstiegsmoeglichkeit ins Profi-Politik-Geschaeft genutzt.

Leider, aber so ist die Konstruktion, werden Nicht-Regierungs-Organisationen vor dem Hintergrund von Regierungsorganisationen oder aehnlichem gegruendet, und, leider meint man allgemein, muesse der Geschaeftsablauf mindestens aehnlich sein: Geld kommt, wird verteilt und verlaeuft sich im Nichts, bestenfalls laesst sich noch eine gute Werbemassnahme daraus machen. Gross-Organisationen erscheinen maechtig, bis sie in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Der industrielle Massstab wird angelegt und Erfolge an Grossserien gemessen.

Organisationsformen werden gar nicht mehr in Frage gestellt; ein System wird als ueberragend angesehen, da  ist es nicht notwendig grundsaetzlich nachzudenken, es kann sich bei den vielen Problemen nur um geringfuegige Massnahmen handeln, deshalb reformiert man auch nur, denn: das System an und fuer sich ist gut,- so gut, dass es ueberall funktioniert, sagt man.  Wo es nicht funktioniert, ist der Bildungsstand der Betreiber zu heben...  

Da unser Wissen in riesigen Datenbanken zur Verfuegung steht, scheint kein Bedarf zu sein, hier zu hinterfragen. Weder soll dadurch etwas auf den Kopf gestellt werden, noch ein Weg zurueck wohin auch immer beschritten werden. Das bedaechtige System des Wirtschaftens, irgendwann vor einigen hundert Jahren ist etwas ausser acht gelassen worden.
Die Landnahme in Uebersee hat niemandem geschadet. Voller Hoffnung wanderten Heerscharen verarmter Europaer aus und erhielten Land. Es war menschenleer, lediglich zweibeinige Affen stoerten anfags die Entwicklung. Dieses Problem liess sich loesen und bald vermochte man guenstig produzierte Waren an die Zurueckgebliebenen zu verkaufen. Der Wohlstand wuchs und mehr und mehr orientierte man sich an einem Erfolgsmodell, das -bei genauem Hinsehen- gar keines ist, sondern ein riesiges Missverstaendnis...

NGOs und Service-Clubs
Wohl gibt es Beispiele, dass Service-Clubs aehnlich einer NRO handeln und sogar bei internationalen Behoerden akkredidiert sind, aber: es sind unterschiedliche Einrichtungen, wenngleich NRO als Service-Club missverstanden werden. In den Industrielaendern ermoeglicht der Zusammenschluss von Menschen und deren offizielle Registrierung den Erwerb von Einkaufsausweisen, verguenstigte Transportausweise, verbilligte Tarife, usw.
NGOs und kulturelle Eigenheiten
Mit dem Konstrukt NRO versucht man weltweit Probleme,  Missstaende, usw. zu loesen bzw. zu kanalisieren. Ungluecklicherweise, oder sollte man besser sagen: Gottseidank, werden kulturelle Unterschiede glattgebuegelt, was bestimmten Kraeften das Dirigieren und Leiten stark vereinfacht.
Biologisch mag der Zweibeiner in allen Ecken des Erdballs gleichermassen ticken, seine Erfahrungen aus der klimatischen, sozialen, natuerlichen Umwelt muessen aber verschieden sein, was auch die Reichhaltigkeit ausmacht, aber nicht unbedingt fuer kulturell verarmte Landstriche erfreulich ist.
 
NGOs,- industrieller Aufwand und traditionelle Strukturen
Unterschiedlichste kulturelle Beduerfnisse u.z. international, wie auch national, regional und lokal, urban und rural, wirtschaftlich, wissenschaftlich-technisch, wie auch religioes, werden irgendwie geregelt, versuchsweise geregelt, Unzufriedenheit kanalisiert und psychologisch aufgefangen,- immer aber in der Struktur und im scheinbar allgegenwaertigen  System des Abendlandes. Wie soll hier Platz fuer traditionelle Strukturen sein, denen dieses System von Grund auf unbekannt, vielleicht nur aehnlich war ? - Wenn Unterschiede nicht zutage treten, dann liegt es an der Flexibilitaet dieser Kulturen in Fernost oder wenn doch, dann  an der Andersartigkeit  in  Afrika, etc.
Chinesen sind fleißig,- sie nehmen schnell das abendlaendische System auf; Afrikaner sind chaotisch, nichts funktioniert

NGO,- ein Begriff, zwei Modelle
Nicht-Regierungs-Organisationen koennen dem Naehrboden der Industrie-Laender entstammen, aber auch eine tatsaechliche Nicht- Regierungs-Organsiation  darstellen. Bei der vorliegenden Wort-Gleichheit faellt es schwer den Unterschied zu erkennen. Ist die eine Organisation auf dem Boden des sogenannten wissenschaftlich-technischen Fortschritts beheimatet und damit auch einem bestimmten politischen Modell, inklusive der damit verbundenen historischen Entwicklung, so ist das andere Modell nicht das Gegenteil, sondern hat als Grundlage andere Wertigkeiten.

Der Gedanke, der Staat muesse fuer seine Buerger sorgen, fehlt hier fast vollkommen. Der Staat  mit seinen Bediensteten sitzt in der Regel in der Hauptstadt und herrscht in weniger industrialisierten Laendern ueber die Provinzen etc. mit seinen Verwaltungen.

Meist aus finanziellen Gruenden beschraenkt sich das Herrschen auf Statussymbole und Gesten. Hier liegen die Moeglichkeiten des anderen Modelles der NGO: man loest die eigenen Probleme und duldet die Zentralregierung. Verstaendlicherweise ist das jedem Staat im politischen SInn mindestens suspekt. Zu gross ist die Gefahr, es koenne der Einfluss schwinden. Aber gerade dies zeigt die grandiosen Missverstaendnisse, denn: die den Staat bildenden Elemente sind europaeisch geschult und sehen den Reichtum der eigenen Laender folglich nicht. Ihre Eliten unterhalten Strukturen, die nicht den Moeglichkeiten und Resourcen ihrer Laender entsprechen. Wenn hier nicht die von aussen gewollte und gewuenschte Entwicklung zum Erfolg fuehrt, so ist das ein Zeichen fuer die eigene Staerke.
Wer aber vermag das in den Fuehrungen dieser Laender zu erkennen, geschweige denn, daraus eine Erkenntnis zu ziehen !


Prof. Dr. Norbert Pintsch and Dr. Senta Siller
GSAC, Berlin-Potsdam in Cooperation with SES, Bonn


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